POLITISCHES ENGAGEMENT

BANKSY passt nicht schlecht zu meiner Kritik - in vielerlei Hinsicht
Weil es immernoch Kritik hagelt für meine ablehnende Haltung gegenüber dem Streetart-Postulat gibts hier mein Votum.
 

Zum Kontext:

Geplante Umsetzung Postulat: „Das Pilotprojekt sieht vor, innerhalb von ca. sechs Jahren drei Wettbewerbe auf Einladung durchzuführen. Zu jedem Wettbewerb werden jeweils vier bis fünf professionelle Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler eingeladen, eine Projektskizze einzureichen. Das von einer Jury (bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Kunstschaffenden, Quartierorganisationen und Jugendlichen) ausgewählte Siegerprojekt wird realisiert und bleibt temporär, das heisst bis zum nächsten Wettbewerb, bestehen. Inhaltliche Eckwerte werden von der Jury definiert. Die Kosten belaufen sich pro Wettbewerb auf ca. 10’000 Franken. (…)Sollte es während der Pilotphase beim Flussfenster wider Erwarten Schwierigkeiten mit illegalen Sprayereien geben, behält sich der Gemeinderat vor, das Projekt vorzeitig abzubrechen.“

Thun 2021 zu Sprayereien und Jugenddelinquenz so: https://www.thunertagblatt.ch/zerstoerungswut-provozierte… Thuner Stadtrat hat beschlossen: „Vermehrte Videoüberwachung an neuralgischen Stellen, verstärkte Bewachung durch Sicherheitsdienste, Schliessung bestimmter Anlagen zu gewissen Zeiten.“ und öpper von der  (FDP) so: „In Anspielung auf eine bekannte Biermarke wünschte sie den Fehlbaren die Guillotine. Später entschuldigte sie sich zwar dafür und sprach von einem Scherz, (…).“

 
Auszug Votum für die SP Fraktion:
 
«Es nöis Kunstprojekt im öffentleche Ruum wo aune chostelos söu zuegänglech sii isch zwifulos ä schöni  Idee (…)
Kunst am Objekt und Streetart isch gläbti Kultur, wid Postulant_inne i ihrem Vorstoss richtig feschthautä. (…) Die stosst hie z Thun i auer Regu uf meh aus Unverständnis.
– Es wird nid nume sehr viu Gäut usgä für di schnäuschtmüglechi Entfärnig vo müglechscht jederä Spur vo derä gläbte Kultur
– dassi tatsächlech usgläbt wird isch ou Alass für ettlächi, grad chürzlech wider usserordentlech unschön gfüerti Diskussione über Vandalismus und jugendlechi Delinquänz.
Di gläbti Kultur het hüt ä usgsproche diversi Community, verbunde mit ganz ungerschidleche Vorstellige dervo was Kunscht isch, wäm der öffentlech Ruum ghört und öb und wenn ja wie mä mit Streetart und Kunst am Objekt wärtvoui Kulturpolitik cha mache. Ei Variante wär legau, i Afüerigs- und Schlusszeiche ‘professionell’, uf vordefinierte, klar begränzte Fläche, us vornähmlech komerziellä Inträsse und – wi im Fau vom vorligende Poschtulat – houptsächlech für ds Renomee vor Stadt uftspolierendä –
Ä anderi, viu witer verbreiteti Variante isch illegau, i Nacht- u Näbuaktione, uf aune mügleche Fläche wo Boute i Stedt haut so biete, hüfig miteme politische, gseuschafts- und komerzkritische Hingergrund aber immer! (u süsch wärs äuä nid illegau) in Konfrontation mit däne wo süsch über Kunscht, übere öffentlech Rum und di öffentlechi Ornig bestimme. Sige das di tonagäbendä Kulturschaffendä, globali und lokali Ungernäme, Immobiliebsizendi oder ou mir Lokaupolitiker_inne, wo di finanzielle Mittu u d Müglechkeit hei, dr öffentlech Rum legal und nach üsne Vorstellige mitzgstale, aus guet befundeni Kunscht, Logos, Slogans oder sogar üsi eigete Konterfei uf Plakat öffentlechkeitswürksam z platziere.
(…) wobii Verwiiise druf, wän de d Bürger_inne vor Stadt Thun vorauem söue im Verdacht ha, wes um nidgfälligi Kunscht und Vandalismus geit – ou bi däm Gschäft nid fähle.
Jugendlechi identifiziere sech wou am meischte mit derä Kunstform, wid Postulant_inne säge. Iverstange, Spreiereie i irne vilne Fassetä ghöre zure Jugendkultur. Zu eire wosech aber äbe ou dergäge wehrt, das sie und ihri Kultur immer meh usem öffentleche Rum verdrängt wird, zu eire – wos ou und vilich bsundrigs ir Coronapandemie isch längwilig gsii, wüus scho vorhär a Agebot het gfäut, wo für Jugendlechi u jungi Erwachsni attraktiv u niderschwellig zuegänglech si.
Professionelli Wettbewärbe wisi vo dä Postulant_inne und vom Gmeindrat vorgschlage si chöme Jugendlechä us Sicht vor SP chum zguet – scho gar nid Aghörige vo däre Szene wo die Kultur tatsächlech liebt und läbt, iri Logike versteit u verinnerlecht het, ganz bsungers die vor Aeignig und Zrüggaeignig vom öffentleche Ruum u vor Definitionsmacht über was streetart und Kunscht am Objekt isch und darf … und dadermit isch ou Zrüggaeignig vo de Flächene wo söue bespiut wärde scho vorprogrammiert söt es erschts Pilotprojekt tatsächlech umgsetzt wärde. (…)
Argumentiert aus wärs öppis für d Jugend, erwise di vorgsehnä Projekt Jugendläche in Thun us Sicht vor SP Fraktion ä bäredienscht – zgäut womer z Thun bereit si für Jugendkultur uszgää wär hie fürnes Projekt usgää wo mit Jugendkultur chumöppis zdüe het – u faus mit Sprayereie druf ufmerksam gmacht würdi, wäre sie de ou grad tschuld we das projekt – wi für settigi Fäu ja vorgseh – würdi sistiert wärde. (…).«

Vera Maria Vuille, 1990, Pronomen: sie
Stadträtin Stadt Thun
Sachkommission Bildung, Sport, Kultur
Einbürgerungskommission Thun
Vizepräsidentin SP Thun
Mitglied Feministisches Kollektiv Thun-BeO
Historikerin, Grafikerin und Studierende Geschlechterforschung
Queerfeministische Aktivistin, die sich stets um intersektionale, antirassistische und antikapitalistische Politiken bemüht

Seit Januar 2021 bin ich Mitglied im Stadtrat und der Sachkommission Bildung Sport und Kultur (BiSK) der Stadt Thun. 

Zentrales Anliegen ist mir eine partizipations- und demokratiefördernde Mandatsausübung.

Auch weil ich vor exakt 50 Jahren als Person mit Geschlechtseintrag F politisch gar nicht hätte mitbestimmen dürfen und ein bedeutender Teil unserer Gesellschaft dies noch immer nicht darf. 

Im Feministischen Kollektiv Thun-BeO und in der SP Thun habe ich ein anregendes, intergenerationelles, kämpferisches und solidarisches politisches Umfeld gefunden.

Zusammen mit Alice Kropf und Claudius Domeyer engagiere ich mich als Präsidium der SP Thun insbesondere für den Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten der Menschen in Thun

Ich leite die Arbeitsgruppe «Diversity», die Vorstösse und politische Aktionen zur aktiven Förderung von Teilhabechancen, von Mitspracherechten und Partizipationsmöglichkeiten erarbeitet. Die AG steht allen interessierten Personen offen und richtet sich nach aktuellen politischen Themenstellungen und Anliegen der Beteiligten. Lust mitzumachen? Melde Dich unverbindlich bei mir!

Ich freue mich über Deine Fragen, Anliegen, Ideen oder Beobachtungen, die die parlamentarische, parteipolitische oder ausserparlamentarische Politik in Thun betreffen.